Was kostet ein Onlineshop in der Schweiz

Ratgeber

Was kostet ein Onlineshop in der Schweiz

Die ehrliche Antwort lautet: zwischen null und sechsstellig. Entscheidend ist nicht der Preis der Software, sondern was Sie nach drei Jahren besitzen und was Sie bis dahin bezahlt haben. Dieser Beitrag rechnet beide Wege nebeneinander.

Zwei Wege, die sich kaum vergleichen lassen

Ein Mietbaukasten ist in einem Nachmittag aufgesetzt. Sie zahlen monatlich, bekommen Hosting, Updates und Sicherheit inbegriffen und müssen sich um Technik nicht kümmern. Ein eigener Shop verursacht am Anfang Aufwand und Kosten, laeuft danach aber ohne monatliche Lizenz und lässt sich an Ihre Abläufe anpassen statt umgekehrt.

Der Vergleich geht schief, wenn man Monatsmiete gegen Einmalpreis stellt. Sinnvoll ist eine Rechnung über drei bis fünf Jahre, inklusive Transaktionsgebühren, Zusatzmodulen und der Arbeitszeit, die der Shop Ihnen im Alltag abnimmt oder aufbürdet.

Gegenüberstellung

Wo das Geld jeweils hingeht

Mietbaukasten

Laufende Kosten

  • Monatliche Gebühr je nach Tarif
  • Häufig ein Anteil am Umsatz je Bestellung
  • Zusatzmodule einzeln kostenpflichtig, oft ebenfalls monatlich
  • Vorlagen sind fertig, aber in ihren Grenzen fest
  • Beim Wechsel bleiben Design und Erweiterungen zurück
Eigener Shop

Einmalige Kosten

  • Einrichtung, Gestaltung und Datenübernahme zu Beginn
  • Hosting und Wartung, deutlich günstiger als eine Lizenz
  • Schnittstellen zu Warenwirtschaft oder Buchhaltung möglich
  • Abläufe lassen sich an den Betrieb anpassen
  • Daten, Design und Erweiterungen bleiben bei Ihnen
Beide Wege

Was immer dazukommt

  • Produktbilder und Produkttexte
  • Rechtstexte: Impressum, AGB, Datenschutz
  • Zahlungsarten und deren Gebühren
  • Versandeinstellungen und Lieferfristen
  • Die laufende Pflege des Sortiments

Der unterschätzte Posten

Die Arbeit nach dem Aufschalten

Der Shop ist nicht fertig, wenn er online ist. Er ist fertig, wenn Bestellungen ohne Handarbeit durchlaufen. Genau dort entscheidet sich, ob ein Shop Geld verdient oder Zeit frisst. Typische Stellen, an denen täglich Arbeitszeit verloren geht:

  • Bestellungen werden von Hand in die Buchhaltung übertragen
  • Lagerbestände stimmen nicht mit dem Shop überein
  • Rechnungen und Lieferscheine werden einzeln erstellt
  • Produktdaten werden zweimal gepflegt, im Shop und im Warenwirtschaftssystem
  • Kundenanfragen zum Lieferstatus werden einzeln beantwortet

Jeder dieser Punkte lässt sich lösen. In einem Mietbaukasten, soweit die angebotenen Schnittstellen es zulassen. In einem eigenen Shop weitgehend frei. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Wegen, nicht die Monatsgebühr.

Aus der Praxis: In einem von uns betreuten Handelsbetrieb mit rund 400 Artikeln gingen vor der Umstellung täglich ein bis zwei Stunden für das Übertragen von Bestellungen und das Nachführen von Beständen drauf. Nach der Anbindung an die Warenwirtschaft blieb davon die Kontrolle der Ausnahmefälle. Die Software war nicht die Lösung, die Anbindung war es.

Entscheidungshilfe

Welcher Weg zu welchem Betrieb passt

Sie starten und wissen noch nicht, ob das Sortiment trägt

Mietbaukasten. Sie brauchen ein Schaufenster, keine Anbindung. Die Monatsgebühr ist günstiger als jede Einrichtung, und wenn das Geschäft nicht laeuft, kündigen Sie. Planen Sie aber von Anfang an einen Export Ihrer Produktdaten ein.

Sie verkaufen bereits und führen eine Warenwirtschaft

Eigener Shop. Sobald Bestellungen, Bestände und Rechnungen zusammenlaufen müssen, entscheidet die Schnittstelle über die Kosten, nicht die Lizenz. Die Einrichtung amortisiert sich über die eingesparte Arbeitszeit, nicht über die Miete.

Sie haben wenige, dafür erklärungsbedürftige Produkte

Beides möglich. Hier zählt, wie frei Sie Produktseiten gestalten können. Wenn ein Produkt eine eigene Seite mit Aufbau, Tabelle und Fragenteil braucht, stossen viele Vorlagen an ihre Grenze.

Sie wollen in mehreren Sprachen verkaufen

Prüfen Sie vor dem Entscheid, wie der Anbieter Sprachen abbildet. Getrennte Adressen je Sprache, eigene Metadaten und eine saubere Sprachkennzeichnung sind Pflicht, sonst schadet die zweite Sprache der ersten.

Kurz gefasst: Rechnen Sie über drei Jahre und zählen Sie die Arbeitszeit mit. Ein Mietbaukasten ist günstig, solange nichts angebunden werden muss. Sobald Bestellungen, Lager und Buchhaltung zusammenspielen sollen, dreht sich die Rechnung.